Dreister Tönedieb will die Musik klauen

Musikschulleiter Christian Hanke aus Dettenheim entdeckt seine Begabung für Kinderbücher



Dettenheim-Rußheim. An Kreativität mangelt es Berufsmusiker und Musiklehrer Christian Hanke gewiss nicht. Seit zehn Jahren betreibt der Rußheimer seine Musikschule im musikalischen Spektrum von Charts, Pop, Rock und anderen zeitaktuellen Genres. Unterrichtet werden derzeit knapp über 100 Einzelschüler mit Schwerpunkten bei Gitarre und Gesang, aber auch mit Instrumenten wie Bass, Keyboard oder Schlagzeug. Coronabedingt läuft für die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen aus Dettenheim und der ganzen Umgebung seit März alles nur noch online.

Zweites Standbein ist „My Musicschool“. Wie Hanke berichtet, betreue man dabei 1.300 Grundschüler in sechs Bundesländern. Momentan unterrichten 130 Lehrer je nach Vorgaben der einzelnen Schulen teils dort in Präsenz und teils online. „Das klappt hervorragend und besser, als ich anfangs dachte“, resümiert Hanke. 2021 wird noch eine Firma unter dem Namen „Einserschüler“ für Gruppennachhilfe an Schulen an den Start gehen.

Ganz neu ist zudem im Dreierverbund die Softwarefirma „IceSoft“, deren erstes Produkt „Vanilla“ gerade noch den Praxistest durchläuft und 2021 auf den Markt kommen soll. Einerseits handelt es sich dabei um eine Unterrichtsverwaltungssoftware für Musik- und Tanzschulen, erklärt Hanke. Zielgruppen sind aber ebenso Firmen und Dienstleister mit Kunden- und Termingeschäften.

Doch damit nicht genug: Seit 2019 betätigt sich Hanke zudem als Autor von Kinderbüchern. Etwas Besonderes dabei ist, dass sie in zwei Versionen aufgelegt werden. Zum einen als Lesebuch, zum anderen bei gleichem Inhalt als Gitarrenbuch mit Lehrübungen und Liedern nach den Buchtexten. Damit wird die vom Liedolsheimer Markus Geiß reich illustrierte Geschichte beim Mitspielen und Mitsingen quasi auch zum Hörspiel. Der erste Band „Die Eulenbande und die Lesenacht“ liegt in beiden Varianten vor. Im zweiten Buch, bei dem der reine Leseband im Frühjahr noch folgen wird, haben es die Bandenkinder Neo, Lea und Finn mit einem „Drachenschatz“ zu tun.

„Geplant habe ich eine Reihe mit vier Gitarrenbüchern, die altersmäßig aufeinander aufbauen. Kinder im Grundschulbereich sollen damit auf unkonventionelle Weise lernen können“, erläutert Hanke. Er verfasst dabei nicht nur die Texte, sondern schreibt auch die Tonfolgen und Musik für die Übungen.

Auf die Idee kam Hanke, als er seinem Sohn Neo aus Büchern vorlas, die er aus seiner eigenen Kindheit kannte. „Irgendwann kannte er die Bücher auswendig. Ich fing an, Neo Geschichten zu erzählen, die ich mir ausdachte“, erinnert er sich. „Dann packte es mich, alles niederzuschreiben.“ Inspirationen gaben ihm sein Heimatort, dessen noch dörfliches Flair und die idyllische Natur der Gegend. Der nahe Saalbach stand Pate für den Ort, in dem die Geschichten spielen. Auch der Name „Eulenweg“, in dem die drei Kinder wohnen, spiegelt heimische gefiederte Straßennamen wider. In dieses Bild passt ebenso ihr Treffpunkt an der großen Kastanie. Diese wird im ersten Band zum Zauberbaum. Den Kindern verleiht sie magische Kräfte und macht sie zu Superhelden.

In einer spannenden Story der „Lese–nacht“ kommt das Trio mysteriösen Ereignissen in der Schule auf die Spur. Urheber ist der neue Hausmeister „Herr Schraubenbein“, der sich dem Putzen verschrieben hat und einen eigens konstruierten Saugroboter sein Unwesen treiben lässt. Wie sich herausstellt, saugt das Ungetüm die Töne weg und gefährdet so Musikunterricht und Lesenacht. Tatsächlich handelt es sich um „Professor Schweigton“, der schon einmal im Ort mit einer Töneklaumaschine versuchte, die Musik aus dem Leben der Menschen zu löschen. Doch nun treten die Kinder an, um seinem bösen Tun ein Ende zu setzen.

Service

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten sind im Internet erhältlich unter www.eulenbande.de und www.mymusicschool.de sowie www.hankesmusicschool.de.

Quelle: Badische Neueste Nachrichten (BNN) vom 21.11.2020

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